| „Eine nachhaltige Stadt- und Siedlungsentwicklung bleibt eine der wichtigsten Herausforderungen für die Politik“, betonte der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen, Achim Großmann, heute in Frankfurt beim Symposium „Einzelhandelswelten“. Initiatoren der zweitägigen Veranstaltung sind das Deutsche Architektur-Museum, die ECE-Gruppe und die Deutsche Bank Gruppe Immobilien in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Städtetag. Die gravierenden sozialen, technologischen und ökonomischen Veränderungen der vergangenen Jahre seien auch nicht ohne Auswirkungen auf unsere Städte geblieben, fuhr der Staatssekretär fort. Die Bundesregierung habe unmittelbar reagiert und mit dem Programm "Die soziale Stadt" neue Akzente in der Stadtentwicklung gesetzt. Von besonderer Bedeutung, so Großmann weiter, sei der Erhalt der Innenstädte als Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens. Deshalb müsse eine gute Erreichbarkeit des Zentrums gewährleistet sein. Hierzu bedürfe es sinnvoller stadtverträglicher Konzepte und verkehrsreduzierender Stadt- und Regionalplanung, bekräftigte der Staatssekretär. Für eine „gesunde“ Innenstadtentwickung seien darüber hinaus eine gute Mischung von Arbeiten und Wohnen sowie ein ausgewogenes Verhältnis von Wohneigentum und Mietwohnungsbau unverzichtbar. Mit der anstehenden Reform des sozialen Wohnungsbaus biete sich eine Chance, Wohnen besser mit Stadtentwicklung zu verzahnen, betonte Großmann. Zudem setzten lebendige Städte einen funktionierenden Handel voraus, der seinerseits ein Umfeld mit Wohn- und Lebensqualität brauche. |
|
Zur Optimierung der vielfältigen Lösungsansätze zur Innenstadtentwicklung werde das Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen daher in Kürze ein „Planspiel Innenstadt“ starten, kündigte Großmann an. Vor der konkreten Gebietskulisse zweier deutscher Städte werde mit den handelnden Personen vor Ort, den Verbänden, Ländern und Gemeinden nach zukunftsweisenden Wegen zur Sicherung der europäischen Stadt gesucht. Im internationalen Vergleich bescheinige eine OECD-Studie der Stadtentwicklungspolitik in Deutschland eine herausragende Rolle und einen positiven Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit des Landes und einer nachhaltigen Entwicklung. „Damit dies auch zukünftig so bleibt, müssen wir die stadtpolitischen Instrumente weiterentwickeln und neue zukunftsweisende Strategien erarbeiten. Das ist sowohl für die Attraktivität des Wirtschaftsstandortes Deutschland als auch für die unverwechselbare europäische Stadtkultur unerlässlich,“ hob der Staatssekretär hervor. Dies habe auch der Nationale Städtebaukongress, der im November vergangenen Jahres unter der Teilnahme zahlreicher Vertreter aus Politik, Planung, Wirtschaft und Wissenschaft in Berlin stattfand, nochmals nachdrücklich bestätigt. Die Ergebnisse dieses Kongresses werden auch in die Weltkonferenz URBAN 21 einfließen, die vom 4. bis 6. Juli 2000 in Berlin stattfindet. Im Rahmen von URBAN 21 wolle man Lösungen aufzeigen und gleichzeitig Visionen und handlungsleitende Orientierungen für die weltweite Stadtentwicklung im 21. Jahrhundert entwerfen, so der Staatssekretär abschließend. |