Pressemitteilung 34/2000 vom 16.02.2000:
Klimmt: "Bauwirtschaft muss Chancen der Globalisierung nutzen"
„Auch kleine und mittlere Betriebe der Bauwirtschaft haben Chancen, sich international erfolgreich zu engagieren. Durch den europäischen Einigungsprozess bieten sich gerade in Mittel- und Osteuropa vielfältige Möglichkeiten.“ Dies erklärte der Bundesmi- nister für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen, Reinhard Klimmt, heute anlässlich der Eröffnung der bautec 2000 in Berlin. Beispielsweise hätten preiswertes, ökolo- gisches Bauen, Servicepakete des Planens und Bauens aus einer Hand oder effiziente Energieeinspartechniken gute Erfolgschancen. Unverzichtbar bei einem Engagement seien Information und Beratung. Marktkenntnis könne man über die Botschaften, Auslands- handelskammern und die Bundesstelle für Außenhandelsinformation erlangen. Darüber hinaus gäbe es zahlreiche Förderinstitutionen wie die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung, die Europäische Investitions- bank oder die Weltbank, das TRANSFORM- Programm der Bundesregierung sowie die EU-Programme PHARE und TACIS. Die HERMES-Gewährleistung der Bundesregierung unterstütze Auslandsprojekte von Unternehmen besonders auf risikoreichen Märkten. Auch im Inland verlange der Wettbewerbsdruck vor allem Anpassungsfähigkeit und Innovation von den Unternehmen. Wichtig seien ein vielfältiges und qualitativ hochwertiges Produktangebot, kundenorientierte Serviceleistungen und Kostensenkung, so Klimmt. Er habe eine Initiative für Architektur, Planung und Baukultur initiiert, um im Gespräch mit allen Akteuren die vorhandenen Strukturen zu analysieren und zu verbessern. Hierdurch solle der Beitrag von Architektur und Baukultur zur Weiterentwicklung des Wohnungs- und Städtebaus aufgezeigt und ein leistungsfähiges Planungs- und Bauwesen gesichert werden. Nach schweren Jahren habe die Bauwirtschaft wieder bessere Perspektiven, betonte der Minister. Die Wirtschaft insgesamt werde in diesem Jahr um ca. 2,5% wachsen. Es sei davon auszugehen, dass in diesem Zusammenhang die Bauinvestitionen in Deutschland um rund 1,5% zunehmen würden, so Klimmt. Die Bundesregierung habe neben der Verbesserung der rechtlichen Rahmenbedingungen durch weitere Maßnahmen die Aktivitäten der Bauwirtschaft unterstützt:

  1. Die Eigenheimzulage sei nach wie vor „ein Renner“. Sie sei – neben den niedrigen Bauzinsen – das entscheidende Vehikel der großen Nachfrage nach Eigenheimen.

  2. Die auf den Wohnungsbau und die Wohnungsmodernisierung bezogenen Programme der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) seien nicht weniger erfolgreich: Das Darlehensvolumen für das KfW-Wohnraum-Modernisierungsprogramms der neuen Länder habe bisher 79 Mrd. DM betragen. Damit seien Instandsetzungs- und Modernisierungsmaßnahmen in über 3,5 Mio Wohnungen mit einem Investitionen von über 120 Mrd. DM gefördert worden. Bundesregierung und neue Länder finanzierten für die Jahre 2000 bis 2002 ein Anschlußprogramm mit einem Kreditvolumen von weiteren 10 Mrd. DM. Diese Förderung solle sich auf besonders kostenintensiven Modernisierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen konzentrieren. Auch das KfW-Programm zur CO2-Minderung würde fortgeführt, vor allem um das immense CO2-Minderungspotential im Wohnungsbestand nach und nach zu erschließen.

  3. Zur Verstärkung des Einsatzes regenerativer Energiequellen, vor allem der Sonnenenergie, habe die Bundesregierung mit dem 100.000-Dächer-Programm zur Förderung der photovoltaischen Stromerzeugung ein deutliches Zeichen gesetzt. Gleiches gelte für die Vervielfachung der bereitgestellten Mittel u. a. zur Förderung der solaren Warmwassererzeugung und Heizungsunterstützung. Ein Ziel sei die Förderung des Marktdurchbruchs zukunftsorientierter Energietechnologien. Zugleich könnten allein im Bereich der solaren Warmwassererzeugung in den nächsten Jahren 20.000 - 30.000 Arbeitsplätze geschaffen werden, und zwar vorwiegend im Bereich des Handwerks.

Quelle: BMVBW Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesenzurück nach oben