Pressemitteilung 69/2000 vom 23.03.2000:
URBAN 21 wird weltweite Zukunftsfragen der Entwicklung der Städte diskutieren
„Die Welt des 21. Jahrhunderts wird eine städtische sein. Urbanität zum Wohle der gesellschaftlichen Entwicklung zu gestalten, ist eine prioritäre Aufgabe, der wir uns über die Grenzen hinaus stellen müssen,“ erklärte Reinhard Klimmt, Bundesminister für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen, heute in Berlin. „Können wir die Verstädterung der Welt zu unser aller Nutzen beeinflussen? Oder werden die gigantischen Mega-Cities zu einer Bedrohung der Menschheit? Bedeutet das Wachstum der Städte Flächenversiegelung, Versinken in Müll und Abwasser, Stillstand im täglichen Stau? Oder gelingt es, Wohnen und Arbeiten, Mobilität und Freizeitbedürfnisse, gesellschaftliche Notwendigkeiten und individuelle Wünsche in dieser letztendlich bewährten Form des Zusammenlebens – der Stadt – zu vereinigen,“ so der Minister. „Um die drängendsten Fragen zur Zukunft der Städte zu analysieren und Lösungsansätze aufzuzeigen, laden wir z Allein in Europa lebten etwa 80% der Bevölkerung in städtischen Ballungsräumen, führte Klimmt aus. Gegenwärtig wachse die Stadtbevölkerung weltweit rund zweieinhalb Mal schneller als die Landbevölkerung. Bereits im Jahr 2025 werde es fast 100 städtische Agglomerationen mit mehr als 5 und bis zu 30 Mio. Einwohner geben. Gerade in den Entwicklungsländern könnten sogenannte Mega-Cities eine ökologische und soziale Zeitbombe sein. Mit URBAN 21 solle die internationale Verständigung über eine nachhaltige Entwicklung der Städte intensiv fortgeführt werden, die von der „Rio-Konferenz“ 1992 und der Weltsiedlungskonferenz HABITAT II 1996 in Istanbul eingeleitet wurde, erläuterte der Minister. Die Konferenz sei wegen ihrer Nähe zum Motto der Expo 2000 in Hannover „Mensch, Natur, Technik“ integraler Bestandteil der Weltausstellung. Im Juli 1996 habe die Vorbereitung dieser Konferenz eine neue internationale Qualität erreicht, so Klimmt, denn sie sei Bestandteil einer globalen Umweltinitiative geworden, die die vier Partnerländer – Brasilien, Südafrika, Singapur und Deutschland anlässlich der UN-Sondergeneralversammlung „5 Jahre nach Rio“ verkündet hätten. Der bisherige Vorbereitungsprozess zu URBAN 21 habe große nationale und internationale Resonanz erzeugt, unterstrich der Minister. Zwei Vorbereitungskonferenzen in Singapur (April 1999) und Essen (September 1999) seien bereits in diesem Jahr erfolgreich durchgeführt worden. Zwei weitere Vorbereitungen in Pretoria (März 2000) und Rio de Janeiro (April 2000) stünden bevor. Die „heiße Phase“ der Konferenzvorbereitung sei nun angelaufen, betonte Klimmt, 30.000 Einladungen in alle Welt verschickt. URBAN 21 werde inhaltlich durch eine Weltkommission vorbereitet, die einen Weltbericht zur globalen Stadtentwicklung erarbeitet, führte der Minister aus. Ihr gehörten hochrangige Persönlichkeiten aus allen Teilen der Welt an. Die Weltkommission habe im Dezember 1999 den Weltbericht bereits weitgehend fertiggestellt. Die Weltkonferenz URBAN 21 solle mit der Verabschiedung einer Erklärung (Declaration of Berlin) abschließen: Die Teilnehmer würden in der Erklärung zur Zukunft der Städte Visionen und Leitbilder für eine weltweit nachhaltige städtebauliche Entwicklung im 21. Jahrhundert verabschieden, so Reinhard Klimmt. Das Ergebnis von URBAN 21 solle durch die Partnerländer der Globalen Initiative in die Nachfolgekonferenz der Weltsiedlungskonferenz von Istanbul (Habitat II 1996), Istanbul + 5 im Jahr 2001 in New York eingebracht werden. Weitere Informationen im Internet: www.urban21.de

Quelle: BMVBW Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesenzurück nach oben